Rote Socken, schwarzbraune Socken… Neutralität? Ach, iwo!

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Da ist es wieder: das Volksstück um die roten Socken! Und anlässlich der alljährlichen Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung und der Regierungsbildung in Thüringen gab es gleich zwei Anlässe, an denen das Thema angespielt werden und jede*r den eigenen Senf dazu geben konnte.
Da will ich nicht nachstehen und hab auch was dazu zu melden ;)

Wolf Biermann wandte sich mit harten, auch unflätigen Worten an die Parlamentarier der Partei Die Linke, als er im Bundestag zur Feierstunde der Deutschen Wiedervereinigung auftreten durfte. ‚Der elende Rest von etwas, das zum Glück vorbei sei‘, seien sie, sagte er unter anderem. Das ließ sich gut an als Fortsetzung einer Rote-Socken-Debatte, die Bundespräsident Gauck just zum Zeitpunkt der Regierungsbildung in Thüringen angeheizt hatte…
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Glück im Unglück

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Am Freitag Nachmittag war ich mit einem Kumpel beim Spiel der Kassel Huskies gegen den EVL Landshut.  Und der erste richtige Aufreger war nicht etwa ein Tor (es stand bis zur 41. Minute 0:0, was im Eishockey nicht jeden Tag vorkommt) sondern dass der Goalie (Torhüter) der Huskies, Mika Järvinen, nach einem Getümmel neben dem Kasseler Tor auf dem Eis liegen blieb und zum Schreck der Zuschauer nach ein paar Minuten mittels Trage vom Eis geschleppt werden musste.
Noch während des Spiels machte die Vermutung die Runde, dass es sich um einen Bänderriss handelt, was eine üble Nachricht für alle Kasseler Eishockeyfans, vielmehr noch für die Huskies und erst recht für Mika Järvinen ist.

Mitten im Drama: positive Entwicklungen… Weiterlesen

Hierarchie adé: Über eine politische Willkommenskultur

Auf ihrem Blog „Das Mädchen im Park“ schreibt die Journalistin und Aktivistin Regine Beyß heute spannend nachdenkliche Worte zu einer Crux politischer Arbeit und überhaupt einer kontinuierlichen Arbeit in Gruppen. Darauf bezieht sich mein  heutiger Eintrag u d ich reblogge hier auch den Artikel.

Wie sich die Bilder ähneln:
Vor 32 oder 33 Jahren machte ich als hoffnungsvoller friedensbewegter Jugendlicher die frustrierende Erfahrung, dass in Gruppen merkwürdige Unfähig-/ nein, eher Unwilligkeiten herrschten, zu einem Ziel (Rüstungswettlauf stoppen) zusammenzuarbeiten.
Grüne, Anarchos, Gewerkschafter, Jusos, DFG-VKler, DKPler… narzisstische Bedürfnisse ebenso wie dogmatische Bockigkeit saßen immer mit am Tisch.
Ich verstand es nicht, ging es doch gegen gemeinsame Gegner und für den Weltfrieden!

Ja, ganz schön naiv war ich damals!
Ich hatte mit 17 noch nicht verstanden, dass…
…erstens dogmatische Verortung ein sehr zäher Sirup ist, der furchtbar lähmt und sich nicht sooo leicht abstreifen lässt, andererseits aber für viele Menschen wichtig sein mag, um eine Zugehörigkeit zu fühlen, eine Sicherheit unter dem Hintern zu haben, einen Orientierungsrahmen für das eigene Leben und Wirken zu besitzen
…und zweitens Selbstbilder etwas sind, was oft nicht allein durch politische Arbeit und Reflektionsfähigkeit transzendiert wird.
Und… by the way… ich war alles andere als frei von hinderlichen Selbstbildern, natürlich.

Mit um die 36 war ich mal bei einem Attac-Treffen, weil ich spürte, dass ich wieder was machen will, mich nicht nur mit von der Globalisierung frustriertem Gesicht verkriechen will und traf auf das, was du schilderst hoch zwei. Ich bin damals kein zweites Mal dort hin gegangen.

Heute sehe ich das wieder hoffnungsvoller und weiß, dass es viele Alternativen zur Steuerung und Entwicklung von Gruppenprozessen gibt, dass es viele Techniken gibt, mit denen sich Teams und Gruppen helfen können (und das fließt in meine Arbeit ein, siehe auch http://www.heimesundgantzel.de). Und auch, dass ein Egoismus im Altruismus weder vermieden werden kann noch in jedem Fall destruktiv sein muss.

Daher kann ich ganz unterstützen, was du, (dasmaedchenimpark.org) an Ideen vorschlägst, sag allerdings auch: Die Selbstbilder (die bewussten und erst recht die unbewussten) sitzen in jeder Gruppe, in jedem Gremium mit dabei. Das ist eben so und wir können uns, sei es individuell oder in Gruppen, aufgefordert fühlen, damit zu arbeiten oder auch nicht.

Das Mädchen im Park

An Problemen mangelt es ja grundsätzlich selten. Ich muss nur in die Tageszeitung schauen, im Internet surfen oder durch die Fußgängerzone laufen – überall kann ich mal mehr, mal weniger deutlich erkennen, wo eine Veränderung dringend Not tun würde. Zum Glück bin ich nicht die Einzige, der es so geht: Immer mehr Menschen engagieren sich, um ganz konkret eine Welt zu realisieren, so wie sie sich vorstellen – gerecht, solidarisch und ohne Herrschaftsstrukturen. Aber als gäbe es nicht schon genug zu tun, entstehen dabei auch ganz neue Probleme. Probleme, für die wir selbst verantwortlich sind und die uns zeitweise sogar vergessen lassen, worum es eigentlich geht.

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