Glück im Unglück

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Am Freitag Nachmittag war ich mit einem Kumpel beim Spiel der Kassel Huskies gegen den EVL Landshut.  Und der erste richtige Aufreger war nicht etwa ein Tor (es stand bis zur 41. Minute 0:0, was im Eishockey nicht jeden Tag vorkommt) sondern dass der Goalie (Torhüter) der Huskies, Mika Järvinen, nach einem Getümmel neben dem Kasseler Tor auf dem Eis liegen blieb und zum Schreck der Zuschauer nach ein paar Minuten mittels Trage vom Eis geschleppt werden musste.
Noch während des Spiels machte die Vermutung die Runde, dass es sich um einen Bänderriss handelt, was eine üble Nachricht für alle Kasseler Eishockeyfans, vielmehr noch für die Huskies und erst recht für Mika Järvinen ist.

Mitten im Drama: positive Entwicklungen…

Auch für Sie und Euch wäre ein Bänderriss (bei Mika Järvinen hat es sich als Riss des Syndesmosebandes heraus gestellt) richtig blöd und würde das Leben für ein paar Wochen oder auch Monate sehr erschweren, für einen Profisportler aber ist das auch sofort eine Sache,  die die wirtschaftliche Existenz in einem besonderen Maß bedroht.
Hast du Glück, verheilt alles schnell und gut und du kannst deinen Beruf weiter gut ausüben. Hast du Pech, laborierst du lange an dieser Verletzung herum, hast eine Art Sollbruchstelle im Körper und nicht mehr die besten Jobaussichten.

Glück und Unglück,  besser Glück im Unglück,  das ist der Punkt,  auf den ich heute hinaus will.
nach dem Spiel wurde bekannt gegeben, dass die Vertragsverhandlungen zwischen den Huskies und Mika Järvinen noch während bzw. knapp vor dem Spiel zum Abschluss gebracht werden konnten mit positivem Ergebnis für die Huskies, der Goalie, umworben von Clubs aus dem Ausland, bleibt in Kassel!

Das ist das berühmte Glück im Unglück.

Ich konstruiere mal folgende Situation:
Angenommen, die Verhandlungen wären nicht erfolgreich gewesen, angenommen, eine Verletzung würde sich als langwieriger herausstellen, angenommen, die Angebote aus dem Ausland versiegen, nachdem die Verletzung geschehen ist… dann bist du als 20-jähriger Mann ziemlich übel dran. Es gibt genug Beispiele selbst aus weitaus höher (als Eishockey DEL2, zweithöchste deutsche Spielklasse) dotiertem Sport (1.Fußball-Bundesliga), wo Existenzen plötzlich durch Verletzungen bedroht waren. Und, obwohl ich es nur vermuten kann, sind die Gehälter in der DEL2 wohl kaum so hoch, dass jemand auch nur annähernd sorgenfrei sein kann, wenn er diesen Beruf wählt.

Üben, das Positive häufiger zu sehen: eine wuchtige Ressource gegen Frust

Ich denke, dass die oben erzählte Geschichte also ein gutes Beispiel für Glück im Unglück ist. Und jede*r von Euch/Ihnen kann mir zustimmen, irgendwann schon mal Glück im Unglück gehabt zu haben, oder?
Nun ist Rückbesinnung darauf eine Sache, die Fähigkeit zu kultivieren, dies in ganz vielen Situationen, auch des Alltags, zu erkennen eine andere. Ersteres ist eine gute Erkenntnis,  Letzteres viel mehr: eine wuchtige Ressource gegen Missmutigkeit, Frustration, Schwarzmalerei und Trübsinnigkeit.

Ich hab mich selbst in den vergangenen Jahren oft darin geübt, in blöden, frustrierenden und ärgerlichen Situationen erkennen zu können, was da auch gerade Gutes ist und stelle (inzwischen nicht mehr ganz so) verblüfft fest, wie oft eine Situation, mein Leben neben dem Nerv, dem Ärger, der Enttäuschung, dem Misslingen zur selben Zeit auch Glück und Positives bereit hält,  dass ich weitaus ausgeglichener bleiben kann.
Die positiven Umstände sind sehr oft da und werden lediglich sehr selten bemerkt, wenn sich der Blick erstmal verdüstert.

Regelmäßige Leser*innen meines Blogs kennen mein Mantra:

Bewusstheit… Bewusstheit… Bewusstheit… :)

Ich will hier keine Friede-Freude-Eierkuchen-Schönfärberei betreiben: Scheiße bleibt Scheiße. Und sie erwartet, weggemacht zu werden. Aber mann/frau kann das Fenster öffnen und auch mal hinaus sehen. Dann stinkt’s auch weniger. ;)
Den Blick für die Vielfältigkeit des eigenen Lebens in fast jedem Augenblick öffnen,  lässt sich trainieren, sehr einfach sogar. Die Entscheidung dazu liegt bei dir, bei Ihnen.

Krank sein im Urlaub :(
Aber endlich wirklich ausspannen

Noch ein kleines,  weit weniger beeindruckendes Beispiel: neulich hab ich zwei Wochen Urlaub gemacht. 5 Tage war ich im Allgäu, was mir sehr gut getan und super gefallen hat. Anschließend wollte ich noch ein paar Tagestouren machen und z.B. ein Stück weit rund um Kassel wandern. Aber…
…ich brachte mir aus dem Allgäu eine Erkältung mit und da ich für eine chronische Krankheit bestimmte Medikamente nehme, die das Immunsystem beeinflussen, haut mich eine Erkältung auch schon mal ziemlich weg. Ich lag also die restlichen Urlaubstage meist auf dem Sofa. Das hatte ich mir echt anders vorgestellt. :(
Allerdings fühlte ich mich nach meinem Urlaub ziemlich munter, guter Stimmung, entspannt und gestärkt. Und ich bin mir sicher,  dass ich es geschafft hätte,  zwar viel im Urlaub zu erleben,  mich aber längst nicht so auszuruhen, wie ich es offenbar nötig hatte, wenn ich nicht erkältet gewesen wäre.
Also Glück im Unglück gehabt, oder?

So, Euch und Ihnen wünsche ich eine prima Woche,
den Kassel Huskies einen Erfolg beim ESV Kaufbeuren (sorry, liebe Allgäuer, so wunderschön ich Euer Land auch finde, die Punkte wollen wir mitnehmen ;)
und vor allem Mika Järvinen eine ausgezeichnete und vollkommene Genesung!

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Ein Gedanke zu “Glück im Unglück

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