Mut zur Blamage

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Ich war heute sehr früh endlich mal wieder joggen.
Seit Wochen vorgenommen, sollte der Abbau überflüssiger Pfunde in Angriff genommen werden.
Vor unserem Haus liegt ein schmaler, aber reizvoller Grünzug. Eine Runde mögen etwa 900 m sein, schätze ich. Ich trab also los,  genieße die Morgenstunde, die schöne frische Luft, die Stille und den erwachenden Tag.

Mich überholt ein Jogger… älterer Mann, jedenfalls älter als ich, nicht besonders sportlich. Schon mischt sich Unzufriedenheit in meine Stimmung und ich hadere mit mir selbst. „Alter, du läufst wie ein 100-jähriger Rentner… was heißt hier laufen, du läufst gar nicht, du schleppst dich nur…“ Eine Läuferin kommt mir entgegen, rasant, stolpert fast, so schnell ist die, ein junges schnelles Wiesel. Ich zu mir selbst: „Wie faul und fett du wohl aussehen musst… keuchst nach 2 Minuten, wenn du auch nur ein wenig das Tempo anziehst und mal die Kriechspur verlässt…usw. usf.“
So geht der innere Monolog. Weiterlesen

Superman, Superwoman, Superchild…

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Beim Coachen begegnen mir ja viele verschiedene Personen und noch mehr Selbstbilder.
Eine Person ist fast immer mit dabei: Superman oder Superwoman!
Entweder, weil sie mir vermitteln, dass sie alles managen… oder weil sie mir vermitteln, dass Sie alles zu managen versuchen: tragen vielfältige Belastungen, erwarten beständig Engagement und Leistung von sich, laden sich auch gern was von Anderen auf…
und…
haben tatsächlich oft das Gefühl, als Loser gesehen zu werden, die nichts (oder wenigstens nicht genug) hinkriegen.

Uiuiui, da liegt die Messlatte aber ganz schön hoch, oder? Wenn ich gleichzeitig eine fleißige Arbeitsbiene, ein kreativer Quell, eine effiziente Organisatorin, aufopferungsvolle Mama, sexieste aller Partnerinnen, Vorbild, immer Rat wissende Vaterfigur, Weltverbesserin, Sportskanone, perfekter Gastgeber, und weltbester Karlsson sein will. Weiterlesen

Es grünt so gelb…reifen wie die Paprika?

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Jetzt ist es raus: Die Grünen sind unzufrieden mit sich selbst!
Jedenfalls manche. Tarek Al-Wazir zum Beispiel, seines Zeichens Superminister im hessischen Kabinett. Oder der Bayern-Grüne Dieter Janecek. Die wollen jetzt gern gelber werden. Sozusagen als Reifungsprozess: Erst grün, dann gelb…vom verschmähten Demositzer und Fleischverbieter endlich zum mehr oder minder verdienten Liberalen (weil da ein Prozent vakant geworden zu sein scheint?)…
Und dann?
Grün-Gelb-Rot? Zum Sozialdemokrat?
Morphing just like Paprika?

Und ein Stück weit scheint mir diese permanente Unzufriedenheit mit sich selbst den Grünen auch eigen zu sein: zu Fundi, zu Realo, zu verantwortungsscheu, zu machtgierig, zu links, zu rechts, zu offen, zu verschlossen, zu bockig, zu zickig, zu wasweißichnoch… Pluralismus, Beweglichkeit, Lebendigkeit? Auch. Mag sein.

Also: ich kenn das. Du auch? Sie auch?
Gern irgendwie anders sein wollen: Vielleicht so, vielleicht auch lieber so. Oder auch vielleicht so. Nur ganz gewiss nicht so, wie mensch jetzt gerade ist.
Und dann machen und tun wir und wenden so richtig viel Zeit und Energie auf, nur um zu sein: halt anders zu sein als wir sind.
Was’n Quatsch! Weiterlesen

Was für ein Abenteuer, dieses Gewitter!

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Hagelkörner wie Pistolenschüsse, sintflutartige Wassermassen, umgerissene Bäume und durchschlagene Dächer etc. etc.
Das Gewitter war und ist wirklich krass!

Und für einige Menschen eine Katastrophe. Manche haben schmerzhaften  wirtschaftlichen Schaden erlitten, einige sogar Schaden an Leib und Leben.
Für viele, die allermeisten (so auch für mich) Menschen ist es aber… ja, was?
Etwas Umstand, ein paar Unbequemlichkeiten und mehr nicht.

An uns Letztgenannte richte ich heute meinen Blog.
Und plädiere für Gemach, für Gelassenheit, für Heiterkeit gar.
Und vor allem für Abenteuergeist. Weiterlesen

Europa ist eine dusselige Kuh – Konkurrenz und Konfrontation vs. Kooperation

In der griechischen Mythologie verliebt sich Zeus in die aufregende Europa, verwandelt sich sogleich in einem Stier und brennt mit ihr durch.
Ich finde, dass Europa sich mit der Europawahl als dusselige Kuh erwiesen hat.
Und auch Durchbrennen ist nicht falsch.
Durchbrennen von Sicherungen.
Der Sicherung der Kooperation.
Diese Europawahl lässt fragen, ob Kooperation noch ein Wert ist in Europa… oder (wieder einmal) vollständig abgelöst werden wird durch Konfrontation und Konkurrenzdenken.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Konkurrenz ist ein durchaus wichtiger Motor von Entwicklungsprozessen. Ohne die Begeisterung, die aus Konkurrenz entsteht geht’s nur mühsamer vorwärts.
Ebenso kann Konfrontation eine wertvolle Energie beinhalten. Die Power, sich gegeneinander zu stellen, standzuhalten, lässt uns viel erfahren, reflektieren und auch bewegen.
Eine wichtige Kraft, eine sehr wichtige!

Aber was ist das wert ohne Kooperation, ohne den Basiswert, den Zusammenarbeit ausmacht? Weiterlesen