Reblogged : Tobi Katze – Hochsensibel, nicht höchst sensibel

Sehr eindrucksvoll beschreibt Tobi Katze, wie das Netzwerk von Depression, Hypersensibilität und Gefühlstaubheit miteinander tickt, total verlinkt und dennoch manchmal abgetrennt voneinander. Und beides ist manchmal gleichermaßen unheimlich. Zwangsgedanken noch dazu und der Cocktail ist so richtig bitter.
Ich hab wohl das Glück, dass ich diese Zustände, diese Empfindungen nie permanent hatte, sondern nur in manchen Zeiten und jetzt seit Jahren nur noch ganz punktuell und sehr selten. Kann mich aber sehr gut dran erinnern, wie mürbe mich das dann gemacht hat, wenn z.B. die Geräuschkulisse in einem Café im Laufe eines Treffens mich ohne weiteres in eine Panikattacke schicken konnte.

Auf der anderen Seite hab ich diese hohe Sensibilität auch als Trumpf erlebt. Das, was mir eine Menge ermöglicht hat im Austausch mit Menschen oder im Verständnis von der Welt drumherum. Was mir auch heute noch wertvolle Dienste leistet.

Hm… zweischneidiges Schwert halt.
Ich konnte am besten damit zurecht kommen, indem ich mir zwei Dinge selbst geraten habe:
– ich nehme meine Gedanken nicht mehr immer ernst. Mein Verstand will immer plappern. Soll er. Manchmal darf mir das zum einen Ohr rein und zum anderen direkt wieder raus gehen.
– und ich schließe manchmal die Pforten meiner Wahrnehmung dahingehend, dass ich belastendes Material meide.
Beides war eine Hilfe.

Und Letzteres, die Achtsamkeit für die Pforten meiner Wahrnehmung, setze ich immer mal wieder ein, um mich zu schützen.
Weil es sich manchmal so anfühlt, als sei es nötig.
Ein Beispiel: Vor etwa einem Jahr bin ich auf den Fantasyzyklus Game of Thrones aufmerksam geworden. Und hab die ersten 5 Bände mit Spannung gelesen. George R. R. Martin erzählt die Story ganz gut. Er vermag große Bögen zu spannen und die Erzählung zieht an.
Das ist eine Seite.
Die andere Seite ist, dass die Bücher aber nicht nur eine große und phantasievolle Ritter-/(weniger Fantasygeschichte) ist, sondern auch eine recht ausgedehnte Darstellung von Krieg gegen Zivilbevölkerung. Und das schließt eine Menge sehr grausame Schilderungen mit ein. Was mir in manchen Zeiten mehr ausmacht und mich mehr erschüttert, in anderen weniger.
Beim Lesen der ersten fünf Bände fragte ich mich aber ziemlich oft, ob ich tatsächlich so intensiv über Krieg gegen die Zivilbevölkerung lesen will. Höre ich nicht schon, als politisch interessierter Mensch, mehr als reichlich über derartige und ähnliche Gräuel (Irak, Syrien, Afghanistan, Pakistan, Ukraine, Ägypten, Somalia, Zentralafrikanische Republik, Kongo… dazu entsetzliche Flüchtlingskatastrophen, Ebola, Hungerkatastrophen, Menschenrechtsverletzungen, Bürgerrechtsverletzungen von Ungarn über USA bis China… etc. etc.)?
So spannend, wie Game of Thrones ist: will ich das gerade?
Ich hab dann erstmal aufgehört, weiterzulesen.
Und Game of Thrones ist hier ja nur ein Beispiel für das allgemein auf uns heutzutage einprasselnde Gewitter der Reizüberflutung.

Vielleicht lese ich demnächst weiter, es ist ja eine spannende Serie.
Aber ich werde auch zukünftig immer mal wieder die Pforten meiner Wahrnehmung gut bewachen.

So, Euch und Ihnen ein schönes Wochenende!

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Ein Gedanke zu “Reblogged : Tobi Katze – Hochsensibel, nicht höchst sensibel

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