#Gedankenblitz: Organisierte Unverantwortlichkeit

Wahre Worte, lieber Thomas Michl.
Bedauerlich, dass Verantwortung zu übernehmen kaum Kultur hat.
Das geht ja in vielen (in allen?) Lebensbereichen so.
Und es gibt jede Menge erwachsene Menschen (auch unter den Machern), die sich ganz schwer tun, Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen.
In zwischenmenschlichen Beziehungen z.B. zu sehen: Oft genug sind meist die anderen Menschen Schuld daran, wenn es einem schlecht geht… die eigenen Anteile an einer als negativ wahrgenommenen Entwicklung werden mitunter erstaunlich naiv negiert.
Oder das eigene Handeln.
Was Ökologie und Wachstumsideen betrifft, handelt der überwiegende Teil der Bevölkerung und der Entscheider vollkommen so, als gebe es keine Verantwortung, die auf einen selbst entfällt.
Methoden zu einer verantwortungsbewussten Kommunikation sind weitgehend unbekannt.
Und wenn es darum geht, Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse zu übernehmen… schauen wie die Kuh, wenn’s donnert…

Ich befürchte, dass sich kaum etwas an diesem Mangel ändern wird, wenn nicht eine breitere Allgemeinbildung in psychologischen Basics, in Reflektion und Verstehen, in Verantwortung und Kommunikation entsteht. Hier einige Gedanken zu diesem sehr dringenden Anliegen:
https://wuenschenwollentun.wordpress.com/2015/03/28/hassunproblemoderwatt-wir-brauchen-eine-allgemeinbildung-in-psychologie/

Thomas Michl hat dazu einen spannenden Artikel über die Scheinrationalität des Homo oeconomicus gebloggt, den ich hier neulich rebloggt habe: https://wuenschenwollentun.wordpress.com/2015/02/26/uber-die-scheinrationalitat-des-homo-oeconomicus/

Auch Vorbilder fehlen uns oft, Vorbilder für ein Leben, in dem Verantwortung nicht vor der eigenen Haustür aufhört:
https://wuenschenwollentun.wordpress.com/2014/12/09/citizenfour-auf-der-suche-nach-vorbildern/

Entscheidungen treffen kann schief gehen, ja. Aber Verantwortung zu tragen heißt eben manchmal auch, Entscheidungen zu treffen und ggf. Fehler zu machen. Ist so. Hier mehr zum Thema Entscheidungen:
https://wuenschenwollentun.wordpress.com/2015/02/03/entscheide-dich/

Toms Gedankenblog

Als Max Weber vor gut 100 Jahren aufgrund von empirischen Beobachtungen das Bürokratie-Modell als Grundmodell der moderner Organisationen entwickelt hat, hatte ihn schon eine gewisse Ahnung erkennen lassen, dass bürokratische Organisationen zwar effektiv und effizient sein können – aber auch genauso in Ineffektivität und Ineffizienz abgleiten, wenn die Werkzeuge der bürokratischen Organisation zum Selbstzweck werden und adäquate Führung fehlt.  Wie recht er damit hatte, dass dürfen wir täglich in unserem Alltag erleben. Einer dieser Aspekte, der mich regelmäßig an meinem Verstand zweifeln lässt, ist die organisierte Unverantwortlichkeit.

Alles, aber auch alles scheint auf den ersten Blick durch Prozesse, Ablaufbeschreibungen, Aufgabendefinitionen festgelegt und definiert zu sein … ist es aber nicht und kann es auch nicht. Das wusste man übrigens schon zu Max Webers Zeiten – was einige Kritiker seines Modell gerne vergesse oder verschweigen – aber das ist ein anderes Thema. Aber gerade das ist das Problem – es ist eben nicht alles…

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