Über die Scheinrationalität des Homo Oeconomicus

Ich habe heute morgen einen sehr spannenden Artikel über Scheinrationalität gelesen, den ich hier rebloggen möchte.

Danke für diesen anregenden Artikel!

Ein Kollege sagte vor ein paar Jahren zu mir, dass es doch gar kein Wunder sei, dass Phänomene wie Burnout um sich zu greifen scheinen, schließlich werde die Welt, in der wir leben, immer komplexer, dabei gehe dieser Prozess immer schneller und die Sinnhaftigkeit des ganzen hektischen Tuns sei immer häufiger nicht mehr zu erkennen (Dank an Jens Fahsel für diese Worte!)

Und unter diesen Bedingungen tatsächlich nur auf Basis der Datenlage, nur auf Basis von Effizienzerfordernissen und auf Basis von Phantasien über Rationalität (z.B., dass beständiges Wachstum möglich sei) zu entscheiden, hat was von Verantwortungslosigkeit, mindestens aber von eingeschränktem Willen zur Reflektion.

Mein Coaching Ausbilder sprach damals vom altgriechischen Begriff ‚Hamartia‘ (Zielverfehlung) und meinte damit, dass es (nicht im ursprünglichen Sinne des Begriffs (Zielverfehlung als Schuld – Schuld gefühle sind psychologisch aus meiner Sicht wirklich ein Klotz am Bein, der vieles behindert, bestenfalls die Notwendigkeit zur eigenen Weiterentwicklung ermöglicht) sondern im Sinne des „Tun wir/tue ich das Richtige“) ein Thema ist, was nicht einfach so ignoriert werden kann im eifrigen Streben nach Optimierung (auch Selbstoptimierung).

Die aufgeworfene Frage „Tun wir das Richtige?“ ist aus meiner Sicht ein sehr sehr wichtiges Korrektiv für alle Entwicklungen und Entscheidungen, die den Gedanken an Nachhaltigkeit und Vernetzung vernachlässigen.

Toms Gedankenblog

Irgendwie kommt es mir vor, als ob wir – trotz aller gegenteiliger Erkenntnisse – immer noch in der Scheinrationalität des Homo oeconomicus verhaftet sind. In einem unglaublichen, nahezu krankhaften Zahlenfetischimsus versuchen wir – wohlwissend, dass wir die Komplexität der Umwelt nie erfassen werden können – alles in Kennzahlen zu fassen und zu optimieren, ganz so als ob wir tatsächlich in der Lage wären eine vollständige Rationalität zu erschaffen. Diese irrwitzige Annahmen der Ökonomen, nach der sich das Handeln von Akteuren (Individuen, wie auch Organisationen) auf Nutzenmaximierung in simple mathematische Formeln reduzieren lässt, verleugnet jedoch gerade das es eben nicht möglich ist, rational zu handeln, da wir hierfür eine Komplexität in Naturgesetzmäßigkeiten Abbilden können müssten, die so real nicht im geringsten existiert. Das Controlling mutiert zum Selbstzweck.

Die Prämissen des Homo oeconomicus haben wenig mit der realen Welt zu tun. Weder ist der Mensch rein vom Eigennutz getrieben, noch gibt es…

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Ein Gedanke zu “Über die Scheinrationalität des Homo Oeconomicus

  1. Pingback: #Gedankenblitz: Organisierte Unverantwortlichkeit | Wünschen. Wollen. Tun.

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