Sie haben die Wahl!

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Ich werde den Gedanken nicht los, dass die Menschen so ihre Probleme mit der Demokratie haben. In Afghanistan beschuldigen sich die beiden Kandidaten für das Präsidentenamt gegenseitig, bei der Wahl betrogen zu haben.
Das kann ich mir gut vorstellen, dass nicht nur einer betrogen hat sondern gleich beide. Willkommen in… einer Spielart der Demokratie.

In Zimbabwe scheint der Herr mit dem extrem schmalen Oberlippenbart und der Goldrandbrille schließlich (nach zuerst ermutigendem Beginn seiner Amtszeit) seit Jahren auch immer wieder verdächtig erfolgreich bei den Wahlen als Sieger hervorzugehen. In der DDR gab es für die SED regelmäßig die doch etwas überraschende Zustimmung in Höhe von über 99%). Und bitte auch nicht vergessen, welche seltsamen Vorgänge von Wahlunregelmäßigkeiten in den USA (genau, das sind diejenigen, welche die Demokratie so gern in alle Welt exportieren), genauer in Florida, regiert von Jeb Bush, vor einigen Jahren das Ergebnis zu Gunsten seines Brüderchens George Bush und zum Nachteil von Al Gore wendeten. Klingt nach Vetternwirtschaft… aber es ist ernster, als dass man das mit diesem leicht verniedlichenden Ausdruck bezeichnen kann, finde ich, selbst wenn nur die Hälfte dieser Infos stimmen.

Einen ebenso spannenden wie amüsanten und dazu noch informativen Roman zu diesem Thema habe ich vor einigen Jahren mehr zufällig gelesen: ‚Ein König für Deutschland‘ von Andreas Eschbach. Ein Füllhorn von Links (ja, seine Fußnoten  – Moment mal… Fußnoten einem Roman?? Genau! – sind größtenteils Links zu Webseiten) zu den Themen Wahlfälschung, Wahlbetrug, Wahlautomaten… eingebettet in eine super und augenzwinkernd erzählte Geschichte! Lohnt sich zu lesen!

Noch ein Literaturtip gefällig?
Bei Asterix auf Korsika spricht einer der Korsen davon, dass man fast schon Wahlen abgehalten hätte, um einen neuen Häuptling zu bestimmen, die Urnen seien schon gefüllt gewesen. Asterix erstaunte Nachfrage, wie das denn gehe, wenn die Urnen schon vor der Wahl gefüllt seien, erhält die ebenso schlichte wie spitzfindige Antwort, dass man das immer so mache: man werfe sie ins Meer, die Urnen, nicht die Kandidaten, und dann gewinne der Stärkere. So sei das Brauch.

Klappt also offenbar nicht immer sooo gut mit der Demokratie.
Frage an alle Wahlbetrüger: Sagt mal, was ist eigentlich so geil daran, Wahlen zu manipulieren? So richtige echte Unterdrückung ohne freie Wahlen ist doch viel unkomplizierter… #ironie off#
Aber wenn man Leuten schon die Wahl aufbürdet, dann muss man sie doch nicht noch (ich bitte um Entschuldigung für diesen Ausdruck… angemessen ist er, oder?) bescheißen! Das ist ja so, als wenn man Hungernden das Hühnchen vor die Nase setzt und es wieder weg zieht, nachdem diese Personen Messer und Gabel in die Hand genommen haben.

Die Wahl zu haben, ist nämlich eine feine Sache, um sich selbstbewusster zu fühlen. Begegnet mir doch immer wieder, dass Menschen sagen, sie hätten ja keine Wahl, sie müssten das ja so machen, sie könnten ja gar nicht anders handeln. Nach ruhiger und konsequenter Reflektion stellt sich meist raus, das ein Wechsel des Standpunktes, der Sichtweise, des Blickwinkels bereits dafür sorgt, das die Wahlmöglichkeit in den Blick rückt.
Selbstverständlich sind Wahlmöglichkeiten mit unterschiedlichen Konsequenzen verbunden, so dass es schwieriger erscheint, diese Alternative als jene zu wählen.
Dass es auch ermüdend sein kann, Entscheidungen treffen zu müssen (das hässliche m-Wort)… dass das ständige Entscheidungen-treffen-müssen (schon wieder das hässliche m-Wort) mitunter sogar handlungsunfähig zu machen scheint… keine Frage. Dem hat sich die Psychologie in den letzten Jahren ausgedehnt zugewendet.
Es existiert aber aus meiner Erfahrung auch ein erhebliches Wohlgefühl, wenn jemand, der/die sich sonst vor allem wie Schicksalsempfänger fühlt, sich so begreift, dass er/sie die Wahl hat. Die Erkenntnis erleichtert, dass ich auswählen kann, dass ich mich nicht mehr als hilfloses Opfer von der Unbill des Lebens hin und her geschubst fühle, sondern vielmehr mich als denjenigen/diejenige wahrnehme, der/die für das eigene Leben ein Wörtchen mitzureden hat.

Vielleicht ist das ja politisch mit der Demokratie noch nicht so ganz ausgereift und möglicherweise sind Mehrheitsentscheidungen auch nicht der Königsweg zur Zufriedenheit
Ja ja… darüber, die Qual der Wahl zu haben und sich deshalb nicht entscheiden zu können, sprechen wir ein andermal. ;)  Bas Kast hat Tips für Sie.

In diesem Sinne: einen schönen Feierabend und/oder ein schönes Wochenende!
Ihr und Euer Jens Gantzel

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2 Gedanken zu “Sie haben die Wahl!

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