Die Würde des Menschen ist unantastbar

Dieser wichtige Satz steht auch auf der Karte, die ich gestern verschickt habe. Auf dem Foto sind etwa 10 Mann der britischen Leibgarde der Königin abgebildet, die Pelzmütze auf dem Kopf, Stiefel an, Kinnkette korrekt umgelegt, aber in Unterhemd und Unterhose in einem Waschsalon in Reih und Glied vor den Waschmaschinen sitzend und offenbar wartend, bis die Uniformen in den Maschinen wieder sauber sind.
Die Karte hab ich vor ein paar Monaten in einem Kiosk an der Hoheluftbrücke in Hamburg gekauft, weil sie für meinen Geschmack aus der ziemlich dämlichen Auswahl heraus stach.

Was sagt mir der Satz? Woran denke ich?

Ich denke zuerst gerade an nahestehende Menschen, die zur Zeit in wirklich schwierigen Lebenssituationen stecken. Ob es Krankheit ist, Schulden sind, bittere Niederlagen sind, erlittenes Unrecht ist, ihnen Burnout oder eingeschränkte Teilhabe am Leben zusetzt… es sind einige zur Zeit in meinem nahen Umfeld.
Sie fragen sich „Warum?“ und sie sind gekränkt. Oft dadurch, dass von außen geurteilt wird, aber immer durch den inneren Richter, der so erbarmungslos urteilt.
So oft haben wir fast alle früher oder später gehört oder zu spüren bekommen, dass wir etwas nicht können oder einer Vorstellung nicht entsprechen und dass wir dadurch nicht genug wert seien. Und wer das Glück hatte, dass weder Eltern, Verwandte und Erziehende, noch Beziehungspartner oder schlangenzüngige Peergroups einem das aufgedrückt haben, der oder dem hat die Leistungs- und Konkurrenzgesellschaft diese Fragen, diese Zweifel eingeprägt.
Und in manchen Fällen wird die Würde durch Machtausübung Einzelner, Gruppen oder Vorschriften geraubt.

Anscheinend geraubt…

Ich gehe davon aus, dass die Würde, die innere Schönheit, die Größe der Persönlichkeit und, wenn mann/frau so will, auch der Seele unantastbar ist.
Und ich halte es für unbedingt sinnvoll, sich dies immer wieder zu verdeutlichen:

Meine Würde ist unantastbar.

Gerade aufrecht gehen!

Gerade aufrecht gehen ist eine wunderbare Methode, sich fruchtbar an die eigene Würde zu erinnern.
Langsam gehen, den Blick souverän und weit werden lassen, die Wirbelsäule locker aufgerichtet haben und gemessenen sowie gelassenen Schrittes gehen.
Wer nicht gehen kann, der/die kann sich vielleicht gerade aufrichten und auch einen souveränen klaren Blick probieren.

Und?
Ein paar Zentimeter größer, oder?

Lasst uns aufrecht gehen.
Lasst uns so groß gehen, wie wir sind. Nicht mehr, nicht weniger.
Das ist Würde.

Lasst uns unsere innewohnende unantastbare Würde erleben, Tag für Tag.
Auch die Würde der anderem Menschen und überhaupt der Lebewesen um uns herum wird uns bewusster.
Lasst es uns üben.

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