Ich gestehe , ich habe abgehört! 

Und zwar gestern: meinen Anrufbeantworter. Abhören, Abhören, Abhören, die NSA hört Merkel ab, die USA den Rest der Welt usw. usf. usa. Kontrollfreaks überall. Und in der Tat: Das Bedürfnis nach Kontrolle ist psychologisch gesehen alles andere als ein Nischenthema:

Er will seine Frau kontrollieren, die Mutter ihre Kinder, die Geschäftsleitung die Effektivität ihrer Abteilungen, Marketingstrategen den Response, Teilnehmer an Verhandlungen die Meetings etc. etc. Alltäglich, aller Orten.

Nun gibt es viele Situationen, wo Kontrolle sinnvoll und wichtig, leider auch notwendig ist – individuell wie gesellschaftlich. Zum Beispiel braucht der Kampf gegen Korruption und Vetternwirtschaft gut funktionierende Kontrollinstrumente. Und Kinder, die gar keine Kontrolle ihrer Eltern spüren… wie sollen die es lernen, Grenzen setzen und Grenzen zu  akzeptieren?

 

Aber oft machen wir uns das Leben auch selbst schwer durch unseren Wunsch, möglichst viel unter Kontrolle zu behalten.

Weil… was lässt sich schon wirklich kontrollieren?

Das Kaufverhalten einer Zielgruppe? Nein.

Unsere Gesundheit? Nur sehr beschränkt.

Die Treue unseres Lebenspartners? Die Liebe gar? Ein Schmarrn!

Und dann leiden wir, wenn wir feststellen , dass etwas nicht von uns zu kontrollieren ist, etwas unserer Kontrolle entgleitet. Im schlimmeren Fall setzen wir (individuell oder gesellschaftlich oder institutionell) Tricks, Manipulation,  Gewalt ein, um die Kontrolle aufrecht zu erhalten oder wieder zu erlangen.

Übel.

Was steht denn hinter dem Wunsch nach Kontrolle?

Misstrauen, könnte mann/frau denken. Sicher, aber es geht tiefer.

Was steht hinter dem Misstrauen?

Angst?

Angst!

Angst vor Verlust – Verlust von Macht, von Anerkennung, von Zuneigung, von Souveränität…

Diese Ängste sind ein tief reichendes Thema und mann/frau löst sie nicht mal eben so auf. Sie sind eine Chance für uns, Chance für Wachstum, für befriedigendere Lebensqualität, für glücklichere Beziehungen.

 

Beizeiten ist es eine hilfreiche Übung auf dem Weg dort hin, die Kontrolle mal etwas locker zu lassen (zum Beispiel auch im Coaching, in der Selbsterfahrung, in der Therapie). Viele von uns kennen es so: in der Sprache sind wir gewandt und können uns ein Gefühl von Kontrolle eines derartigen Settings bewahren, mindestens gelingt es uns „dicht zu machen“. Was mitunter auch zur Kritik „das bringt mir nix“ führt.

Aber wenn dann körperorientierte, handlungsorientierte, bildhafte Methoden angewendet werden, kann plötzlich die Irritation und Scheu vor dem (kurzfristigen) Loslassen der Kontrolle uns sehr fix wieder dahin zurück treiben, wo es „nix bringt“.

 

Ich will Euch und Sie ermutigen, in derartigen Settings (und das können auch tiefe Treffen mit nahestehenden Menschen sein, das kann Tanzen, Massage sein) hin und wieder zuzulassen, dass sich die eigene Kontrolle etwas lösen kann. Wichtig ist natürlich, dass das Setting ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität vermittelt.

Und wie immer: Freundlichkeit sich selbst gegenüber ist gut: wenn es mir nicht gelingt, die Kontrolle ein Stück weit loszulassen, dann geht es halt (noch) nicht oder jetzt gerade nicht. Sich zu zwingen, nützt nichts und wird keinesfalls zum tragfähigen Loslassen von Kontrolle führen. Besser ist es dann, das zu akzeptieren und sich zu fragen, warum das wohl gerade nicht gelingt.

So, wie lasse ich heute noch Kontrolle los? Ich gehe zum Lebenslust-Abend (http://www.integralis-kassel.de/seminardetails-selbsterfahrung/761) und werde Körperarbeit und humorvolle Reflektion in einer sympathischen Umgebung genießen. Eine wohltuende und inspirierende Weise, mal locker zu lassen.

 

Euch und Ihnen eine prima Woche! :-)

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Ein Gedanke zu “Ich gestehe , ich habe abgehört! 

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